Gelesen. Gillian Flynn: Gone Girl. Das perfekte Opfer

Au Mann, was für ein Buch! Der Megaseller „Gone Girl“ hat Deutschland erreicht. Ich lese eigentlich keine Thriller, hatte keine Ahnung, um was es geht, und habe das Buch in der Hoffnung gekauft, dass es ohne Blutbäder auskommt. Um es gleich vorwegzunehmen, es gibt keine Blutbäder. Na ja, nur ein kleines.

Ansonsten ist das mehr ein Psychothriller, nämlich die Beziehungsgeschichte des Ehepaars Amy und Nick Dunne. Am Morgen ihres 5. Hochzeitstages verschwindet Amy spurlos, und Nick gerät unter Mordverdacht. Im ersten Teil wird uns dies aus Nicks‘ Sicht erzählt, dazwischengeschaltet sind Tagebucheinträge von Amy aus den Jahren zuvor. Was im zweiten Teil passiert, kann ich hier nicht verraten, sonst ist der Witz weg. Das Fiese an diesem Buch: Man weiß sehr, sehr lange nicht, ob Nick wirklich ein Mörder ist oder nicht, und was wirklich mit Amy passiert ist. Nick und Amy sind beide alles andere als moralisch perfekt. Sie schenken sich nichts. Da sie sich aber abwechselnd gegenseitig die Schuld am Scheitern ihrer Beziehung zuschieben, weiß man nie, was man ihnen wirklich glauben soll. Und obwohl die Handlung immer dramatischer wird, gelingt es Flynn bis zuletzt, dass man sowohl mit Nick als auch mit Amy mitfiebert und beiden nie die Sympathie entzieht. Trotz ihrer psychopatischen Züge wirken sie nämlich irgendwie total normal, wie Leute, die man kennt, und genau das macht diesen Roman so perfide und verstörend…

Unputdownable

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