Gelesen. Zsuzsa Bánk: Die hellen Tage

Dieses Buch, das seit einiger Zeit in einer günstigen Taschenbuchausgabe vorliegt, hat mich bewegt und gefesselt wie schon lange kein Buch mehr. „Die hellen Tage“ ist Kindheitsgeschichte, Entwicklungsroman und Familienepos in einem. Im Mittelpunkt steht die Freundschaft der Ich-Erzählerin Therese mit Aja, Tochter von Zirkusleuten, die mit ihrer Mutter Evi am Rand des fiktiven Dörfchens Kirchblüt lebt, irgendwo im Süddeutschen, nicht allzuweit von Heidelberg. Nur einmal im Jahr kommt Ajas Vater, der Trapezkünstler Zigi, auf Besuch zu seiner Familie. Zu den beiden Freundinnen gesellt sich schließlich ein drittes Kind, Karl. Die drei Kinder wachsen unzertrennlich auf, gehen schließlich gemeinsam nach Rom – und natürlich bringt die Liebe irgendwann das Dreieck aus dem Lot. Was über lange Strecken wirkt wie ein Heile-Welt-Roman endloser Sommer und Spiele, entwickelt sich immer mehr zu einer Geschichte der Brüche, Verletzungen und auch des Verrats. Zsuzsa Bánk erzählt von Freundschaft und Liebe, vom Erwachsenwerden, von Wunden, die geheilt werden, und Wunden, die offenbleiben. Dies alles in einer wunderbar eigenen, poetischen Sprache, die nahezu komplett ohne direkte Rede auskommt. Als Ferienlektüre absolut empfehlenswert, weil es gut ist, wenn man „dranbleiben“ kann.

Unputdownable

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