Frauen, nehmt euch ein Beispiel! Sabine Asgodom macht’s vor

Von allen Seiten eilen Frauen ins Stuttgarter Haus der Wirtschaft, manche schick, manche leger, die meisten vermutlich vierzig plus, aber das Bild ist alles andere als einheitlich. 370 Frauen werden es am Ende sein, die zum Vortrag „Lebe wild und unersättlich – Für Frauen, die mehr vom Leben wollen“ in die König-Karl-Halle eilen. 370 Frauen, die wegen einer Frau kommen – Sabine Asgodom.

Da steht sie nun auf der Bühne. Klein, eher rund, 62 Jahre alt und strahlend. Sabine Asgodom ist Coach, Management-Beraterin, Autorin und – irgendwie ein Popstar. Seit Jahren hat sie sich auf das Thema Frauen spezialisiert. Frauen im Job, Frau und Familie, wieso Frauen sich selber im Weg stehen. Als Vortragsrednerin ist sie begehrt und das Frauennetzwerk „Geniale Frauen“, das sie eingeladen hat, hört nicht auf, zu betonen, wie stolz sie darauf sind, dass sie Asgodom „gekriegt“ haben.

Sabine Asgodom ist rhetorisch brillant, sie spricht ohne Konzept, sie läuft hin und her, sie agiert wie eine Schauspielerin. Man hört ihr anderthalb Stunden zu, ohne auch nur eine Sekunde abzuschweifen, und das will etwas heißen in der heutigen Zeit. Man hört nicht einmal ein Handy klingeln. Sie weiß, wann sie eine Pause machen muss, sie weiß, wie man Pointen setzt und wann man das Publikum mit einbeziehen muss, damit es bei der Stange bleibt. Was sie sagt, ist nicht unbedingt neu. Frauen gehen zu ihrem Chef, wenn es ein Problem gibt, Männer gehen zu ihrem Chef, um von ihren Erfolgen zu sprechen, sprich: Frauen werden beim Chef mit Problemen assoziiert. Frauen verkaufen sich zu schlecht. Frauen neiden anderen Frauen den Erfolg. Das hat frau alles schon einmal gehört. Aber wie sie es rüberbringt, das ist mitreißend, motivierend und positiv. Sabine Asgodom, wie sie da auf der Bühne steht, nicht unbedingt den gängigen Schönheits-Kriterien entsprechend, hat eine unglaubliche Ausstrahlung und überzeugt gerade deshalb. Ihre Botschaft lautet: Seht her, ich bin eine von euch. Deswegen duzt sie das Publikum auch. Ich bin eine von euch, ich bin nichts Besonderes, aber ich habe es geschafft, und deshalb könnt auch ihr es schaffen, ohne dass ihr euch deshalb untreu werden müsst, wovor Frauen ja immer schreckliche Angst haben. Sabine Asgodom erzählt viele Geschichten, in denen sie versagt hat, wo etwas grauenvoll schiefgegangen ist, und sie erzählt sie so, dass viel gelacht wird an diesem Abend. Asgodom vermittelt dadurch: Auch mein Weg war mit Misserfolgen gepflastert, aber ich habe mich davon nicht unterkriegen lassen.

Man kann Sabine Asgodom vorwerfen, dass sie eine fantastische Geschäftsfrau ist. Sie sagt selbst, dass sie die höchsten Vortragshonorare in Deutschland kassiert. Der Vortrag im Haus der Wirtschaft, organisiert vom Frauen-Netzwerk „Geniale Frauen“, kostet 21 Euro, kein Getränk, keine Brezel. Sabine Asgodom verkauft ihr eigenes Parfum namens Sweet success für 87 Euro + MwSt. + 8,40 Euro Versand. Nomen est omen, eines ihrer Bücher heißt „Der süße Duft des Erfolgs.“ Ein Tagesseminar bei ihr kostet 497 Euro und ein Set Holzfiguren fürs Coaching, zehn weibliche und zehn männliche Figuren, kostet 224 Euro.

Ja, Sabine Asgodom verkauft sich gut. Aber wie viele Männer tun das nicht, und keiner stört sich dran? „Man kann genial sein, ohne heiliggesprochen zu werden“, sagt sie am Ende. Heiliggesprochen wird Sabine Asgodom bestimmt nicht. Aber aus ihrem Vortrag geht man voll guter Laune, guter Vorsätze, inspiriert, voller Optimismus und Lust, etwas zu bewegen. Und deswegen, ganz ohne Neid: Von Sabine Asgodom kann frau eine Menge lernen.

http://www.geniale-frauen.de

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