Gesehen. Die Erfindung der Wahrheit

Im Jahr 2002 gab es einen sehr lustigen Film mit Sandra Bullock und Hugh Grant. In „Ein Chef zum Verlieben“ spielte Bullock eine Umweltaktivistin, die überraschend die Seiten wechselt, für ihren früheren Erzfeind Lobbyarbeit macht und sich dabei in ihn verliebt. Der Film zählt eindeutig zu den besseren Komödien Hugh Grants. Die weitaus härtere Variante einer Lobbyistin wird jetzt von Jessica Chastain in dem Politthriller „Die Erfindung der Wahrheit“ dargestellt.

Wenn man sich bisher nicht so richtig vorstellen konnte, was „Lobbyismus“ eigentlich bedeutet, zumindest in den USA, nach diesem Film ist man in schockierender Weise aufgeklärt. Elizabeth Sloane (im Original heißt der Film ganz harmlos „Miss Sloane“) ist eine eiskalte Heldin, die nur ein Ziel hat: Sie will gewinnen. Die Inhalte sind ihr dabei egal, ihr geht es nur um Macht und Einflusssnahme. Und so wechselt sie die Seiten und leitet eine Kampagne gegen die amerikanische Waffenlobby. Sie will erreichen, dass die amerikanischen Senatoren für eine Verschärfung des Waffengesetzes stimmen. Was folgt, ist ein schmutziger, erbitterter Krieg, in dem beide Seiten nicht immer legale Breitseiten abfeuern, Senatoren und Öffentlichkeit auf ihre Seite zu ziehen versuchen und Kollateralschäden jeglicher Art nicht scheuen. Für Sloane heißt das beispielsweise, dass sie selbst ihre engsten Mitarbeiter rücksichtslos für ihre Ziele benutzt. Clever, wie sie ist, ist sie ihren Gegnern immer einen Schritt voraus. Und obwohl sie skrupellos und schon fast unmenschlich erscheint, fiebert man doch bis zur letzten Sekunde mit ihr mit und hofft, dass sie auch aus dem Prozess, den sie am Hals hat, heil herauskommt. Fabelhafte Schauspieler, eine Story, die immer noch eine überraschende Wendung bereit hält – dieser Film lohnt sich unbedingt. Und unwillkürlich fragt man sich, so kurz vor den Bundestagswahlen, ob es wohl in Berlin genauso zugeht…

P.S. Noch bis 2. August läuft im Stuttgarter „Theater der Altstadt“ das großartige St. Pauli-Musical „Heiße Ecke!“
P.P.S. Herrlich: In Neuseeland haben sich durchnässte Karnickel auf dem Rücken von Schafen vor dem Ertrinken gerettet…
https://www.theguardian.com/world/2017/jul/26/woolly-jumpers-rabbits-ride-on-sheep-to-stay-dry-in-flood?CMP=share_btn_link

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