Perfekte Vorbereitung ist das eine, der Kopf ist das andere…
Als Kind und Jugendliche klebte ich begeistert am Fernseher, wenn die Olympischen Winterspiele im Fernsehen kamen. Am liebsten habe ich Eiskunstlauf geguckt. Torvill & Dean, Bolero von Ravel, fantastisch. Ach du meine Güte, das war 1984 in Sarajevo, und 1992 war der Bosnienkrieg. Das wird übrigens auch in dem BioPic „Kati – eine Kür, die bleibt“ thematisiert, das zur Zeit in der ZDF-Mediathek gezeigt wird und natürlich über Katarina Witt geht – auch ein Idol meiner Jugend. Was ich natürlich nicht wusste, sind all ihre Verstrickungen mit dem DDR-Regime, und dass sie nach dem Fall der Mauer ein Comeback versuchte, ging auch an mir vorbei. In Sarajevo gewann sie Gold. Bei ihrem versuchten Comeback in Lillehammer 1994 (sie wurde nur 7.) versuchte sie mit ihrer Musikauswahl (Sag mir, wo die Blumen sind) Solidarität mit Sarajewo zu bekunden und unterstützte auch Hilfsprojekte in Bosnien.
Zurück zu Olympia, nach Jahrzehnten des Nicht-Eiskunstlaufguckens habe ich in den letzten Tagen meine Begeisterung dafür wiederentdeckt, und eben diese Kati Witt saß im ZDF-Studio bei der Kür der Männer, die mit einer Sensation endete: Der 21-jährige Kasache Mikhail Shaidorov, den keiner auf dem Schirm gehabt hatte, gewann Gold, weil die Favoriten patzten – allen voran der als perfekt geltende Ilia Malinin lief so schlecht, dass man es beim Zuschauen beinahe nicht aushielt. Was ganz deutlich zu sehen war: Wer einmal patzte, der verlor (meist) die Nerven und patzte auch ein zweites oder drittes Mal. Das beste Training, die beste Vorbereitung scheinent da nicht zu helfen – der Kopf entscheidet am Ende. Das ist in Zeiten von Künstlicher Intelligenz tröstlich. Überhaupt, die Emotionen! Riku Miura und Ryuichi Kihara aus Japan gewannen Gold im Paarlauf, in einer hinreißenden, grandiosen, ausdrucksstarken Kür, und dann konnte Ryhichi Kihara (der Mann!!) nicht mehr aufhören, zu heulen. Er heulte und heulte und heulte vor Glück und Erleichterung, und das mitanzuschauen, wie die beiden sich freuten und sie ihn tröstete, das hätte man im Kino als völlig übertrieben empfunden. Aber so war es einfach nur: menschlich. Man möchte nicht tauschen mit diesen Weltklasse-Sportlerinnen und -Sportlern, mit dem Druck, der auf ihnen lastet, und wenn dann wieder eine/r weinend vom Eis geschlichen ist, weil er oder sie eben „versagt“ hat, dann hätte man auch am liebsten mitgeheult. Großes Kino!!
And now to something completely different. Am Wochenende wird das Wetter schlecht, aber darüber muss man sich nicht grämen. Das Schwäbische Quiz heute Abend im Glasperlenspiel in Asperg ist ausverkauft, aber für den Sonntag gibt es noch Karten: „Schwäbisch lieben“ bei den Galgenstricken in Esslingen! 18 Uhr, eine fantastische Zeit, so dass man in aller Ruhe das Wochenende ausklingen lassen kann, aber erst, nachdem man endlich mal wieder herzhaft gelacht hat! Ilona Nowak & ich freuen uns schon! Hier der Kartenlink:
https://kabarettdergalgenstricke.de/kalender/schwabisch-lieben
Das Quiz heute Abend ist ausverkauft, aber für das Quiz in Weilimdorf am nächsten Donnerstag bei WeilWein gibt es noch wenige (genau 6) Karten! Wer gewinnt den 3. Cleverle-Contest??
In der Woche drauf sind dann schon die Landtagswahlen – und die AfD wird möglicherweise auf 20 Prozent kommen. Horrorszenario! Deshalb geben wir noch einmal alles. Am 7. März, 11 Uhr, gibt es auf dem Löwenmarkt in Stuttgart-Weilimdorf eine Kundgebung für Demokratie, ich werde auch mitwirken, und VIELE andere tolle Leute, und es gibt Musik von den Soul Voices. Sehen wir uns da??
