Ariadne ist depressiv

Letzten Samstag in der Stuttgarter Oper: Ariadne hängt ziemlich depressiv auf Naxos herum. Sie knutscht Knubbelhermes ab, der in einen blauen Samtvorhang gewickelt ist. Todessehnsucht. Laut Opernführer soll sie jetzt im Liebesglück mit Hermes die Lust am Leben wiederfinden. Doch warum schleicht Hermes sich mit Lorbeerkranz nach links von der Bühne? Dorthin ist doch auch Monte Zerbeline verschwunden! Ach, die heißt ja Zerbinetta.  Und hat schon alle Männer auf der Bühne verführt, und einem dabei leidgetan. Das wird nix, Ariadne. Wenigstens kannsch sänga, und Zerbeline auch. Ebenso die drei Nymphen, die tirilieren, dass es eine Wonne ist. Auch der Komponist, der eine Frau ist, singt zum Herzerweichen. Der taucht erst am Schluss auf, im Prolog, der hier am Ende steht, und seltsamerweise funktioniert das wunderbar. Wir halten fest: In dieser Oper sind die Frauen das starke Geschlecht. Zumindest stimmlich.

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