Gesehen. Der neue Tatort aus Freiburg

Es ist Brückentag. Gefühlt ist man der einzige Mensch in ganz Deutschland, der an seinem Schreibtisch sitzt.

Stimmt natürlich nicht. Ruft man beispielsweise die Hotline der Postbank an, melden sich durchaus Menschen, die auch am Schreibtisch sitzen. Natürlich erst, nachdem man sich fünf Minuten lang in der Warteschlange aufgehalten und diverse Fragen nach Kontonummer, Schuhgröße und aktuellem Wetter beantwortet hat. Der Mensch erklärt einem, dass man bei Rückfragen zu Auslandsüberweisungen doch bitte die Auslandsabteilung anrufen möge. Man wählt also statt einer Nummer in Bonn eine Nummer in Frankfurt. Und die Frau, die man nun ans Telefon kriegt, erklärt einem ungefähr fünf Mal in ziemlich giftigem Ton, dass sie überhaupt nicht versteht, warum einem der Kollege in Bonn ihre Nummer gegeben hat, weil sie ist leider überhaupt kein bisschen zuständig. Äh. Höchst interessant. Bloß, was kann ich dafür?? Warum wird man als unschuldiger Kunde bei Hotlines immer für die Fehler der Kollegen verantwortlich gemacht??

Ärgern wir uns nicht. Schließlich haben wir einen sehr anständigen „Tatort“ gesehen gestern Abend! Der erste Freiburger Tatort hat im Vorfeld viel Staub aufgewirbelt. Erst hatte man triumphierend mitgeteilt, Harald Schmidt würde mitspielen. Dann ist der Harald Schmidt leider wieder ausgestiegen. Und ehrlich gesagt, vermisst man ihn kein bisschen. „Goldbach“ heißt der erste Tatort, der überwiegend im idyllischen Schwarzwald spielt, mitten in der heilen Welt dreier Familien. Aber dann liegt eines der Kinder tot im Wald, ein zweites ist verschwunden und ein drittes schweigt bockig. Die Schauspieler sind allesamt keine Promis, ich kannte jedenfalls keinen einzigen. Das ist überhaupt nicht schlimm. Sie agieren nämlich allesamt sehr überzeugend. Warum hat man beim Stuttgarter Tatort immer das Gefühl, dass das „gespielt“ wird? Alles wirkt künstlich und aufgesetzt, vor allem die schreckliche Staatsanwältin mit dem spanischen Namen. Der Freiburger Tatort dagegen bietet ein Ermittlerteam auf, das mit der Kommissarin Tobler und dem Kommissar Berg zwei Typen präsentiert, die wirklich authentisch rüberkommen, sympathisch sind und doch ihre Macken haben, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Besonders gelungen aber sind die Beziehungen der drei Paare: Dem Druck eines toten und eines verschwundenen Kindes halten die Freundschaften nicht stand. Das ist unaufgeregt, trotzdem spannend, atmosphärisch dicht und überzeugt bis zur letzten Minute. Wer’s verpasst hat, es gibt ja die Mediathek!

P.S. Herzliche Einladung zu den Konzerten des Stuttgarter Frauenjazzchors VocaLadies am kommenden Freitag in Stuttgart-Stammheim!
VocaLadies Konzerte 2017_4

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