We are the world oder: Willkommensfest im Alten Feuerwehrhaus

Wer haut sich schon einen Sonntag bei strahlendem Sonnenschein mit frühlingshaften Temperaturen im Alten Feuerwehrhaus in Stuttgart-Heslach um die Ohren, um mit Flüchtlingen aus dem Flüchtlingsheim in der Böblingerstraße ein Willkommensfest zu feiern? Um es gleich zu sagen: Hunderte von Menschen.

Hunderte von Menschen bevölkern das Haus: Familien, die im Stuttgarter Süden wohnen, die Leute vom Flüchtlingskreis, die Freunde der Leute vom Flüchtlingskreis, die Flüchtlinge selber, Interessierte und Neugierige und Solidarische und Skeptische. Skeptisch auch ich, ob so ein Fest für alle funktionieren kann.

Es kann. Es kann, auch und gerade am Tag nach den Anschlägen auf Paris, denen in einer Schweigeminute gedacht wird, auch und gerade, nachdem manch einer diese Anschläge in absurde Verbindung gebracht hat mit den Flüchtlingen hier. Bei diesem Fest geht es vor allem um Gemeinschaft. Beispielsweise, wenn Flüchtlinge ihre Geschichte erzählen, beispielsweise beim Essen: Die Flüchtlinge haben gekocht, vor allem afrikanische Spezialitäten wie das eritreische Injera mit Fleisch und Gemüse, zum Nachtisch gibt es Süßes vom Balkan. Im Foyer des Feuerwehrhauses drängeln sich die Besucher am Buffet und schwärmen sich gegenseitig vom köstlichen Essen vor. Um sechs ist das internationale Buffet ratz-fatz leergefuttert, jetzt übernimmt die lokale Kässpätzle-Brigade vom Heusteig-Hobel.

Höhepunkt des Festes ist jedoch der Auftritt des Projektchors. Der setzt sich zusammen aus Mitgliedern des Freien Chors Stuttgart, Freiwilligen aus dem Flüchtlingskreis und den Flüchtlingen selber, sie haben sich getroffen und zusammen geprobt. Ein bunter Haufen steht da oben auf der Bühne. Viele Kinder sind dabei. Und dann fängt der Chor an zu singen, die Kinder übernehmen die Zeile „we are the children“. Es ist ziemlich chaotisch, manchmal ein bisschen schief, manchmal kommt das Mikro für die Solostimmen nicht rechtzeitig da an, wo es hinsoll, und es ist vollkommen egal. Der Chor und die Menschen im Saal singen gemeinsam, alle strahlen und singen laut und sind gleichzeitig auch irgendwie sehr ergriffen. Auch die Flüchtlingskinder, die normalerweise keine Sekunde stillstehen können, singen voller Inbrunst, keiner haut ab, stolz winken sie ihren Eltern, sie zu fotografieren. Es sind bewegende Minuten, die niemanden kaltlassen. Sicher, es gibt Probleme, Einwände und Zweifel, und trotzdem: We are the world, wir stehen zusammen, und ja, so kann es gehen, und jetzt machen wir zur Bekräftigung alle noch gemeinsam La Ola.

Mehr unter
https://fkreissued.wordpress.com/

P.S. Kommenden Dienstag Lesung „Ein Häusle in Cornwall“ bei den Buchwochen in Stuttgart, mit musikalischer Begleitung von Susanne Schempp!
http://www.buchwochen.de

3 Kommentare

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