Die Fotos von Joe Cox sind schwer auszuhalten. Die Labour-Abgeordnete, die vorgestern vor der Bücherei in Birstall in Yorkshire nach einer Bürgersprechstunde einem tödlichen Attentat zum Opfer fiel, lacht auf jedem Bild, das im Internet von ihr gezeigt wird, und es ist ein offenes, fröhliches, sehr unverfälscht wirkendes Lachen. Weiterlesen
Alle Beiträge von Elisabeth Kabatek
Flüchtlingsarbeit und Ehrenamt – wer macht was und wie geht’s weiter? Eine Diskussion.
Das Thema Flüchtlinge mag im Augenblick aufgrund des faulen Deals zwischen EU und Türkei nicht mehr so hochkochen. Die Zuwanderungszahlen sind stark zurückgegangen – auch in Stuttgart, wo zahlreiche Übergangswohnheime und Turnhallen wieder geräumt werden konnten. Weiterlesen
Gesehen. Die Poesie des Unendlichen.
Haben Sie schon einmal von dem indischen Mathematiker Srinivasa Ramanujan gehört? Nein? Ich auch nicht. Bis ich gestern Abend den wunderbaren Kinofilm „Die Poesie des Unendlichen“ gesehen habe. Leider schon wieder ein Film, der beim Publikum durchzufallen droht, wenn man die Besucherzahlen als Maßstab nimmt. Mathe, ich gebe es gerne zu, war das Fach in der Schule, das ich am meisten gehasst habe. „Etwas geht gegen unendlich.“ Na und? Ich konnte es mir nicht vorstellen und es interessierte mich nicht, es war mir einfach viel zu abstrakt. Weiterlesen
Gehört. Vier Musikerinnen und ein Krankheitsfall: Anne Czichowksy und Lines for Ladies
Gestern Abend hat die Stuttgarter Jazzsängerin Anne Czichowsky im Stuttgarter Jazzclub Bix ihre Tour mit „Lines for Ladies“ begonnen. Was für ein fulminanter Abend! Weiterlesen
Gesehen. Noverre Gesellschaft, Junge Choreographen
Einmal im Jahr und schon seit 1961 präsentiert die Noverre-Gesellschaft in Stuttgart im Schauspielhaus den Ballettnachwuchs – nicht als Tänzer, sondern als Choreographen. Ein einzigartiger Talentschuppen, der zur Entdeckung von vielen großen und mittlerweile etablierten Choreographen-Namen geführt hat: Eric Gauthier, Christian Spuck oder Bridget Breiner, um nur einige zu nennen, haben beispielsweise bei den „Jungen Choreographen“ zum erstenmal auf sich aufmerksam gemacht, sie haben mittlerweile eigene Compagnien oder leiten eigene Häuser. Die beiden Abende sind deshalb so etwas wie die Ballett-Version des „European Song Contest“, bloß ohne Abstimmung. Die Spannung vor, auf und hinter der Bühne ist gewaltig: Die Choreographen wissen, was für sie auf dem Spiel steht, wenn Ballettkritiker, Intendant Reid Anderson und Ballett-Stars wie Alicia Amatriain mit kritischem Blick im Publikum sitzen. Für das „normale“ Publikum dagegen ist der Abend eine grandiose Show, ein faszinierender Einblick in die Bandbreite des modernen Tanzes, denn die jungen Choreographen machen vor nichts halt, sie bedienen sich frei beim klassischen Ballett, Hip-Hop, Modern Dance oder Standardtanz, bei Pantomime, Theater und Oper. Sie lassen ihre Tänzer strampeln und sich herumwälzen, sich miteinander prügeln und Fitnessübungen ausführen, lachen und wehklagen, sie arbeiten mit raffiniertem Licht, halb heruntergelassenem Vorhang und fantasievollen Kostümen. 13 kurze Choreographien an einem Abend, das ist sportlich und eine echte Herausforderung auch für das Publikum. Besonders sinnlich gerät dabei der Pas de Deux von Aurora de Mori mit dem Titel „Klimt’s persuasion.“ Im Hintergrund hängt eine riesige Leinwand mit Gustav Klimts „Der Kuss.“ Kleine Details auf den Kostümen des Tänzerpaars wiederholen Motive aus dem Gemälde, und zum Schluss, wie könnte es anders sein, versinken die beiden in einem Kuss, der das Bild imitiert. Großer Gewinner des Abends, zumindest, wenn es nach dem Applausometer geht, ist das Stück „Cello contra bass“ des Stuttgarter Tänzers Roman Novitzky. Drei Männer und eine Frau spielen ein imaginäres Streichkonzert, so überzeugend, dass man glaubt, die Instrumente zu sehen, temporeich, witzig und genial. Nicht zuletzt sind die Noverre-Abende auch eine Talent-Show für den Ballettnachwuchs. Kein einziger großer Name auf der Bühne, stattdessen die einzigartige Chance für junge Tänzerinnen und Tänzer, sich zu erproben und ihr tänzerisches Können unter Beweis zu stellen. So will es Reid Anderson, dessen Credo es ist, das Cranko-Erbe zu bewahren und gleichzeitig den Nachwuchs zu fördern. Freuen kann man sich jetzt schon auf seine große Abschiedswoche im Juli. Der Vorverkauf hat heute begonnen – wer noch Karten will, sollte sich sputen.
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Freizeittipp: Am Sonntag, 12. Juni, 19.30 Uhr ist Fußball-EM, und da spielt Deutschland. Natürlich will ich nicht darauf hinweisen, sondern auf das allerbeste Alternativprogramm, im Theaterhaus spielt Honey Pie „Bye Bye Honey Pie!“ Karten gibt es beim Theaterhaus unter 0711-4020720 und mehr Infos unter http://www.honey-pie.de.
P.P.S.:
Gastrotipp: Es lebe die Provinz! Wer die gesalzenen Stuttgarter Gastronomie-Preise satt hat, die auch vor Italienern nicht halt machen, dem sei die Osteria in Herrenberg am Marktplatz empfohlen. Für 7,30 Euro gibt es dort beispielsweise eine köstliche Pizza mit Spinat und Gorgonzola in Wagenradgröße, und die Gemüse-Antipasti kann man gar nicht alleine schaffen. Vorher noch ein Gang durch das hübsche Herrenberg mit seinen wunderschön hergerichteten Fachwerkhäusern oder ein Spaziergang durch den Schönbuch, schon ist der Sonntagsausflug perfekt, natürlich mit der S-Bahn, der Bahnhof liegt ganz zentral.
Gesehen. The Lady in the Van. Gehört. Adele: 25.
Weil ich schon seit längerer Zeit nicht mehr gebloggt habe, kommt heute zur Entschädigung ein Doppelblog! Fangen wir mit dem Film an. Seit ein paar Tagen läuft im EM in Stuttgart der Film The Lady in the Van, der leider komplett am Publikum vorüberzugehen scheint – gerade mal sechs Leute waren außer mir im Kinosaal. Weiterlesen
Gesehen. „Dirty Dishes“ und „Er ist wieder da“ in Stuttgart
Zwei Theaterstücke, sehr unterschiedlich, beide befassen sich mit aktuellen Themen, und beide sind sehr lustig und gleichzeitig bitterböse: „Dirty Dishes“ im Theaterhaus und „Er ist wieder da“ im Theater der Altstadt. Weiterlesen
Bittersüßer Sieg: Die Wahlparty der Grünen in der Stuttgarter Staatsgalerie
Am Anfang war der Jubel groß. Als die Hochrechnungen um 18 Uhr 32 Prozent für die Grünen vorhersagten, da wurde erst einmal heftig geklatscht angesichts dieses historischen Ergebnisses in der einstigen CDU-Hochburg Baden-Württemberg. Weiterlesen
Gesehen: Zootopia (Zoomania)
Was für ein Film! Der Disney-Animationsfilm Zootopia (deutsch Zoomania) ist so großartig, dass man ihn nach dem Abspann am liebsten gleich noch einmal sehen möchte, um all die liebevollen Details zu erhaschen, die man verpasst hat. Ein Film für jedes Alter, der einfach riesigen Spaß macht und noch dazu eine Botschaft hat, wie sie aktueller nicht sein könnte. Weiterlesen
Nix wie hin: „I got rhythm“ im Kunstmuseum Stuttgart
Seit 10. Oktober läuft die Ausstellung „I got rhythm – Kunst und Jazz seit 1920“ im Kunstmuseum in Stuttgart. Lange genug hätte man Zeit gehabt, und jetzt knubbelt sich’s vor dem Ausstellungsende am 6. März. Trotzdem: Wer’s noch nicht gesehen hat und auch nur das klitzekleinste Interesse an Jazz verspürt, sollte unbedingt noch die Chance nutzen! Weiterlesen