Meine Lektorin hat mir mal gesagt, das Schlimmste, was man machen kann, ist den Titel eines Buchs 1:1 auf dem Cover umzusetzen. Also bei „Brezeltango“ vorne eine Brezel drauf zu machen. Ich weiß nicht, ob das auch für Filme gilt, aber Fifty Shades of Grey beginnt mit grauen Wolken, die in rasender Geschwindigkeit über den Himmel rasen. Es wird nicht besser. Weiterlesen
Film
Kino statt Karneval. Film: The Imitation Game und Wild
Zwei Filme, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, beide nicht brilliant, aber durchaus sehr sehenswert, und wahrscheinlich nicht mehr allzu lange in den Kinos: The Imitation Game mit „Sherlock“ Benedict Cumberbatch und Wild mit Reese Witherspoon, die ihren letzten sehr überzeugenden Auftritt als June Carter in der Johnny-Cash-Biographie Walk the line hatte und zurzeit in jedem zweiten amerikanischen Film auftaucht, was nicht unbedingt nachteilig ist. Weiterlesen
Film. Frau Müller muss weg
Frau Müller unterrichtet an einer Grundschule in Dresden. Weil Frau Müller viel Erfahrung hat und fair ist, befürchten einige Eltern, ihre mäßig begabten Kinder könnten es mangels guter Noten nicht aufs Gymnasium schaffen. Da gibt’s nur eine Lösung: Frau Müller muss weg. Weiterlesen
Film. And the winner is… Sherlock
Die wahren Dinge, die die Welt bewegen, spielen sich momentan in Stuttgart ab: Fünf Japaner verirren sich mit dem Fahrrad auf die B27. Der Fassanstich von OB Kuhn beim Volksfest soll dieses Jahr am Nachmittag und nicht am Abend erfolgen, was für allgemeine Empörung sorgt. Der VfB hat sich für diese Saison das Nazi-Motto „furchtlos und treu“ ausgesucht, was überall außer beim VfB für Empörung sorgt.
Weitere Nachrichten kommen heute aus L.A.: Die 3. Staffel der BBC-Miniserie „Sherlock“ räumt 3 Grammys ab. Seit Wochen suche ich nach einem Vorwand, um endlich über Sherlock zu bloggen. Hier ist er! Gewonnen haben Hauptdarsteller Benedict Cumberbatch, (Sherlock Holmes), Nebendarsteller Martin Freeman (Dr. Watson, der auch gern mal mit haarigen Füßen durch Mittelerde watschelt) und Storyschreiber Steven Moffat. Übrigens war nur Moffat bei der Preisverleihung. Ach, die Engländer. Sooo cool. Haben den roten Teppich und die Blitzlichter einfach net nedich! Weiterlesen
Film. Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück
Seit einigen Tagen ist die Verfilmung des Bestsellers „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ von François Lelord in den Kinos. Eigentlich ist August nicht so ein Monat für Kino, außer vielleicht Open Air, aber bei den momentanen Temperaturen…
Literaturverfilmungen sind ja immer ein Glücksspiel. Ich finde sie oft enttäuschend, wenn ich das Buch gelesen habe. In diesem Fall habe ich das Buch nicht gelesen, war aber trotzdem vom Film enttäuscht. Weiterlesen
Film. Richard Curtis: About time (Alles eine Frage der Zeit)

Was für eine Enttäuschung! Als ich vor gut zwei Jahren den Sommer in Cornwall verbrachte (und, davon angeregt, meinen Roman „Ein Häusle in Cornwall“ schrieb), stolperte ich an der Südküste über Dreharbeiten. Das kleine Dörfchen Portloe war komplett belagert von einem Filmteam mit unzähligen Mitwirkenden und Statisten. Überall lagen Kabel, riesige Windmaschinen standen herum und in dem winzigen Hafen saß die komplette Crew zwischen Booten und Netzen und aß aus Styroporboxen ihren Lunch. Jemand erzählte uns, hier würde der neue Film von Richard Curtis gedreht. Richard Curtis, wir erinnern uns, hat so fabelhafte Komödien wie „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, „Notting Hill“, „Tatsächlich – Liebe“, und „Bridget Jones“ geschrieben. Curtis hat Hugh Grant berühmt gemacht und den sehr britischen Filmhelden perfektioniert – selbstironisch, leicht tollpatschig und in Liebesdingen nicht besonders geschickt. So wie mein Held, Baronet Nicholas Reginald Fox Fortescue… Weiterlesen
Film. Peter Weir: Der einzige Zeuge.
Ich gebe zu, dies ist keine brandaktuelle Filmkritik. Peter Weirs Film „Der einzige Zeuge“ stammt aus dem Jahr 1985. Ich habe ihn aber erst gestern gesehen. Und finde, dieser Film ist brandaktuell.
Der kleine Samuel Lapp wird auf einer Bahnhofstoilette zufällig Zeuge eines Mordes. Die Ermittlungen werden von dem ruppigen Polizisten John Book geführt (Harrison Ford, damals ziemlich gutaussehend). Samuel erkennt auf einem Polizistenfoto den Mörder: er kommt aus den eigenen Reihen. Nun sind Zeuge und Ermittler in Gefahr. Book wird angeschossen und schwer verletzt. Er taucht bei Samuels Familie unter. Samuel gehört zu den Amish, aus Deutschland ausgewanderte Mennoniten, die ein bäuerliches, streng religiöses Leben wie zu Beginn des 19. Jahrhunderts führen. Sie verzichten auf Strom und Telefon und benutzen Pferdefuhrwerke anstelle von Autos.