Jetzt ist es also offiziell: Gestern wurde der Flughafen Stuttgart umbenannt in Manfred-Rommel-Flughafen. Alle waren sofort Feuer und Flamme, als die Idee im April dieses Jahres aufkam: Rommels Frau Liselotte, der Stuttgarter Gemeinderat, der es nur auf vier traurige Enthaltungen brachte, und das Fritzle. Wer wollte auch etwas einwenden? Schließlich ist Rommel unsere Lichtgestalt, ein gemeinsamer Nenner, auf den sich alle einigen können. Er war liberal und tolerant, hat Stuttgart mit seiner fortschrittlichen Ausländerpolitik geprägt und lustige Bücher geschrieben. Okay, dass er Stuttgart 21 mit auf den Weg gebracht hat, wollen wir ihm mal nachsehen. Keiner hat also was gegen die Umbenennung! Doch. Ich. Weiterlesen
Stuttgart
Wir sind das Rad: Durch die Stadt mit „Critical Mass“
Tag der Einheit, 18.30 Uhr. Hunderte von Radlerinnen und Radlern versammeln sich am Feuersee. Nein, ausnahmsweise keine Demo gegen Stuttgart 21, sondern das monatliche Treffen von „Critical Mass“. Critical Mass? Nie gehört? Weiterlesen
Film. And the winner is… Sherlock
Die wahren Dinge, die die Welt bewegen, spielen sich momentan in Stuttgart ab: Fünf Japaner verirren sich mit dem Fahrrad auf die B27. Der Fassanstich von OB Kuhn beim Volksfest soll dieses Jahr am Nachmittag und nicht am Abend erfolgen, was für allgemeine Empörung sorgt. Der VfB hat sich für diese Saison das Nazi-Motto „furchtlos und treu“ ausgesucht, was überall außer beim VfB für Empörung sorgt.
Weitere Nachrichten kommen heute aus L.A.: Die 3. Staffel der BBC-Miniserie „Sherlock“ räumt 3 Grammys ab. Seit Wochen suche ich nach einem Vorwand, um endlich über Sherlock zu bloggen. Hier ist er! Gewonnen haben Hauptdarsteller Benedict Cumberbatch, (Sherlock Holmes), Nebendarsteller Martin Freeman (Dr. Watson, der auch gern mal mit haarigen Füßen durch Mittelerde watschelt) und Storyschreiber Steven Moffat. Übrigens war nur Moffat bei der Preisverleihung. Ach, die Engländer. Sooo cool. Haben den roten Teppich und die Blitzlichter einfach net nedich! Weiterlesen
26 Gründe, im August in Stuttgart zu sein
Die U-Bahnen sind leer. Die S-Bahnen sind leer. Die Straßen sind leer und Radfahren fühlt sich entspannter an als sonst. Der Supermond hängt am Himmel und man sieht ihn immer wieder, wenn sich die dunklen Wolken für einen Moment verziehen. Im Merlin ist das Klinke-Festival. Im Vaihinger Freibad kann man abends Bahnen schwimmen und hat Platz, den stiernackigen Kampfschwimmern auszuweichen. Weiterlesen
Sommertipp: Der Minigolfplatz auf der Uhlandshöhe (Stuttgart-Ost)
Zugegeben, Minigolf gehört nicht gerade zu den hippesten Sportarten. Vor allem nicht, wenn die Hindernisse auf den Bahnen ein bisschen angerostet sind, die Wurzeln eines Baums, der nicht gefällt werden darf, die Platten wegdrücken, und man die Punktezahl tatsächlich von Hand (!) mit einem Bleistift (die Jüngeren unter uns sollen sich von den Älteren erklären lassen, was das ist), auf einem vorgedruckten Karton aufschreiben muss. Ganz ohne App! Und dann muss man auch noch das Endergebnis von Hand zusammenzählen!!
Veganer Stammtisch statt Fußball: Körle und Adam in Stuttgart-Feuerbach
Herr Körle hat einen Weg hinter sich. Sein Großvater war Metzger. Sein Vater war Metzger. Er selber hatte eine Vereinskneipe mit klassisch schwäbischer deftiger Küche. Fleischküchle, Rostbraten. „Wenn Sie mir vor vier Jahren gesagt hätten, dass ich mal vegan lebe…“, sagt er und lacht. Weiterlesen
Der Mann, der in den Bärensee sprang und etwas rettete
Wenn’s um meine Bärenseen geht, kenne ich kein Pardon. Ich liebe sie nämlich. Für Nicht-Stuttgarter, die Parkseen, wie sie offiziell heißen, sind unser beliebtestes Naherholungsgebiet und extrem belastet durch Fußgänger, Jogger, Angler und Radler. Ich jogge dort auch. Weiterlesen
Ariadne ist depressiv
Letzten Samstag in der Stuttgarter Oper: Ariadne hängt ziemlich depressiv auf Naxos herum. Sie knutscht Knubbelhermes ab, der in einen blauen Samtvorhang gewickelt ist. Todessehnsucht. Laut Opernführer soll sie jetzt im Liebesglück mit Hermes die Lust am Leben wiederfinden. Doch warum schleicht Hermes sich mit Lorbeerkranz nach links von der Bühne? Dorthin ist doch auch Monte Zerbeline verschwunden! Ach, die heißt ja Zerbinetta. Und hat schon alle Männer auf der Bühne verführt, und einem dabei leidgetan. Das wird nix, Ariadne. Wenigstens kannsch sänga, und Zerbeline auch. Ebenso die drei Nymphen, die tirilieren, dass es eine Wonne ist. Auch der Komponist, der eine Frau ist, singt zum Herzerweichen. Der taucht erst am Schluss auf, im Prolog, der hier am Ende steht, und seltsamerweise funktioniert das wunderbar. Wir halten fest: In dieser Oper sind die Frauen das starke Geschlecht. Zumindest stimmlich.




